Dorothee Thomsen
Dorothee Thomsen Content Marketing Manager
14. June 2018 in

Deutsch pharma

Wie sieht wohl die Zukunft der digitalen Apotheke aus?

Der gesamte Pharma-Markt ist in einer sehr dynamischen Entwicklung. Apotheken müssen dabei verstärkt auf neue und digitale Kundenbedürfnisse eingehen. Wie wird sich der Markt in den kommenden Jahren entwickeln? Die Frage stellen sich Verbraucher, die Politik, vor allem aber Apothekenbetreiber und die Pharma-Lobby. Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein tieferer Blick in den Markt und seine Einflussfaktoren.

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Ist der Gang zur Apotheke bald Nostalgie?

So nostalgisch der Spaziergang zur Apotheke in der Nachbarschaft und der nette Plausch mit dem Apotheker auch scheint - wenn wir ehrlich sind, ziehen wir mittlerweile die bequeme Lieferung nach Hause vor - vor allem, wenn wir krank sind. Und wenn wir noch ehrlicher sind, müssen wir feststellen, dass viele kleine und alteingesessene Apotheken schließen und großen Ketten weichen müssen. Die Pharma-Industrie verändert sich - verpasse den Anschluss nicht!

 

Was treibt den Markt an? 

Seit 18 Jahren können Verbraucher ihre Arzneimittel nun schon nach Hause liefern lassen. Und das wird auch in Anspruch genommen. Laut BVDVA haben mittlerweile ca. 55 Prozent der Internet-User in Deutschland bereits in Versandapotheken eingekauft. E-Commerce mit Medikamenten war damals in Deutschland noch verboten - Kunden wurden hierzulande aus den Niederlanden beliefert. Seit 2004 ist der Versandhandel ausschließlich mit OTC-Produkten in Deutschland gestattet.

 

Produktgruppen und Differenzierung

OTCRXVersandhandel mit Arzneimitteln ist also ein europäisches Geschäftsmodell und beinhaltet OTC-Arzneien (rezeptfrei)  aber auch RX-Produkte (rezeptpflichtig). Diese beiden Produktgruppen unterscheiden sich stark und sind zwei verschiedene Geschäftsmodelle. Der große Unterschied: Im Gegensatz zum RX-Markt darf im OTC-Bereich Preiswettbewerb geführt werden. In Deutschland ist der Versandhandel mit RX-Produkten bislang noch untersagt, das Bestellen von RX-Produkten ist deutschen Verbrauchern allerdings möglich - der Versand erfolgt aber aus dem europäischen Ausland, nachdem ein Originalrezept eingeschickt wurde. OTC-Produkte hingegen nehmen mit einen weitaus größeren Anteil im Apothekengeschäft ein. Laut Sempora bilden heute ca. 150 aktive Online-Apotheken den pharmazeutische Versandhandel in Deutschland mit einem OTC-Anteil am Gesamtmarkt von 15 Prozent ab.

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Was will der Verbraucher?

Digitale ApothekeObwohl auf jeder politischen Agenda der Begriff ’Digitalisierung’ ganz oben steht, beweist die aktuelle Gesetzeslage zum RX-Versandverbot und der Ablehnung der Einführung des elektronischen Rezeptes, dass die Digitalisierung sowie die Kundenbedürfnisse weitestgehend ignoriert werden. Viele Entwicklungsschritte einer digitalisierten Gesundheitswelt werden ausgebremst. Hilfreicher wären gleiche Marktbedingungen für alle Anbieter, also eine Liberalisierung des deutschen RX- Versandhandels sowie die konsequente Einführung des elektronischen Rezepts, welches laut BVDVA bereits in 12 europäischen Ländern erfolgreich stattfand (Stand Mai 2017) und nachweislich weder Arzneimittelversorgung noch -sicherheit beeinträchtigt hat.

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Prognose

Laut Prognosen von Sempora wird der Versandhandel mit Medikamenten in weiteren europäischen Ländern zugelassen und so wird allein für das OTC-Segment ein Wachstum auf über 6 Mrd. Euro in den kommenden 2 bis 3 Jahren erwartet. Der inhomogene Markt in Europa war lange Zeit ein Blocker für die Expansion des Geschäftsmodells Versandapotheke - und im RX-Bereich hindert aktuell eine restriktive Politik jegliche Planbarkeit dieses Geschäftsmodells.

Digitalisierung ist kein Projektstatus, sondern ein andauernder Prozess der Erneuerung in der gesamten Wertschöpfungskette. Anbieter, die am besten auf diese Fliehkräfte vorbereitet sind, verfügen über zukunftsfähige Technologien und einen hohen digitalen Reifegrad.  

 

Apotheker sollten aufhören, in Risiken und Nebenwirkungen zu denken und sich auf den digitalen Wandel einlassen - davon profitieren am Ende nicht nur die Patienten, sondern auch die Pharma-Lobby selbst.

 

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