Dorothee Thomsen
Dorothee Thomsen Content Marketing Manager
13. August 2018 in

Deutsch

Die größten Herausforderungen in der Lebensmittel- und Getränkebranche

Kulinarisch meets convenient

Wer steht nach Feierabend gern während der Supermarkt-Rushhour in der Schlange und trägt danach den Einkauf samt Getränkevorrat gut gelaunt nach Hause? Richtig, niemand. Und genau das ist der Ansatzpunkt von Online-Händlern für Lebensmittel und Getränke.

Die gewünschten Lebensmittel in den Online-Warenkorb legen, Online-Zahlung tätigen, Lieferzeitpunkt auswählen - und fertig? Ein gutes Konzept, angenommen wird dieses aber nur von 1,4 Prozent der Konsumenten in Deutschland.


Dem BVWD zufolge hat zwar jeder dritte Deutsche schon einmal in einem Online-Supermarkt eingekauft und würde dies wieder tun - ebenso viele Menschen gaben jedoch an, ihre Lebensmittel nicht online ordern zu wollen.

Warum tut sich die Lebensmittelbranche so schwer in Sachen Digitalisierung?

 

Alles frisch?

Laut einer Studie des BVDW nennen rund zwei Drittel der Deutschen als Nachteil, dass sie die Ware nicht vor Ort betrachten und prüfen können. Das bezieht sich vor allem auf frische Waren: der Kunde möchte die Avocado anfassen und auf ihren Reifegrad prüfen, bevor er sie kauft.

„Vor drei bis vier Jahren haben viele Kunden online Lebensmittel-Bestellungen ausprobiert. Doch sie mussten feststellen, dass es einen hohen Mindestbestellwert und andere Hürden gibt. Und selbst wenn alles gut funktioniert hat, war der nächste Supermarkt denn doch näher." Jens Drubel, Gründer und Geschäftsführer des Online-Supermarktes Allyouneedfresh

Ein Lösungsansatz für Online-Supermärkte ist, eine Art Ranking im Shop abzubilden. Bei Reifegrad 1-2 wäre die Avocado noch sehr fest, bei Reifegrad 3-4 wäre sie bereit zum Verzehr.

 

Das richtige Timing

Auch die Logistik und die Lieferung können zum Schmerzpunkt von Online-Lebensmittellieferanten werden. Die Entgegennahme der Ware muss vom Lieferanten und vom Kunden geplant werden - gerade bei frischen und gekühlten Produkten muss der Zeitpunkt der Lieferung im Vorfeld relativ genau getimed werden: der Kunde muss vor Ort sein und der Lieferant pünktlich ankommen.

Die Lösungsansätze für den Aspekt sind vielseitig und reichen von Drohnen, die den Einkauf liefern bis hin zu modularen Lieferboxen, die den Inhalt lange auf der richtigen Temperatur halten können. Letzteres benutzt Amazon Fresh: die sogenannten Amazon Locker sind Boxen, die in drei unterschiedlich temperierte Fächer unterteilt sind, die von -25 Grad für Tiefkühlkost bis +17 Grad für haltbare Lebensmittel reichen. Dies ist natürlich mit Zusatzkosten verbunden, der sich auf den Lieferpreis auswirkt - ein Faktor, der viele potenzielle Kunden abschreckt.

 

Der Preis als Trigger?

Wer online nach Pasta, Wein oder Kaffee sucht, nutzt in den meisten Fällen zunächst eine Suchmaschine um Preise und Kundenbewertungen zu vergleichen.

Nur 19 Prozent der Verbraucher, die Lebensmittel im Internet bestellen, starten ihren Einkauf direkt im Onlineshop. Und von diesen 19 Prozent gibt mehr als die Hälfte an, zuerst bei Amazon zu vergleichen. 10 Prozent der Befragten nennen Amazon sogar als erste Anlaufstelle für den Lebensmittelkauf im Internet. Damit liegt Amazon ganz klar auf Platz 1 der Online Lebensmittelhändler, gefolgt von Rewe liegt und Ebay.

 

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 Was will der Kunde?

Darauf gibt es nur eine Antwort: er will alles. Convenience, Nachhaltigkeit, Regionalität, Vertrauen in den Händler und gesunde Produkte sind hier die größten Trends. Doch das allein reicht nicht aus. Um dem Supermarkt nebenan langfristig Konkurrenz zu machen, müssen Anbieter mit einem umfangreichen Sortiment überzeugen.

Als Orientierung: Der durchschnittliche Supermarkt bietet rund 11.000 Produkte an, das Angebot von Amazon Fresh umfasst rund 300.000 Produkte, Rewe Online wartet mit 10.000 Produkten auf.

 

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Lösung für die Milchmädchenrechnung: Convenience!

Der Anreiz für Online-Käufe sind unter anderem niedrigere Preise als im Einzelhandel. Das funktioniert bei Mode, Technik oder Kosmetik sehr gut. Bei Lebensmitteln und Getränken geht diese Milchmädchenrechnung nicht auf.

Sogar, wenn die Produktpreise auf der gleichen Ebene lägen, wie beim Lebensmittel-Discounter, würden die Versandkosten den Endpreis in die Höhe treiben. Damit würde der Preisvorteil nichtig.


In diesem Bereich müssen Händler auf einen gegenwärtig weniger gängigen Vorteil setzen, als auf den niedrigsten Preis: Convenience.



Voraussetzungen

  •  Eine flächendeckende Infrastruktur, die auch ländliche Gegenden abdeckt
  • Kurzfristige und flexible Zustellungen
  • Technische und materielle Voraussetzungen an die Verpackung, um die Kühlkette nicht   zu unterbrechen
Die Argumente gegen den Onlinehandel mit Getränken und Lebensmitteln haben wir in der Vergangenheit auch aus anderen Handelssektoren, wie zum Beispiel der Pharmabranche, gehört. Hier ist der Einstieg in den Onlinehandel jedoch erfolgreich erfolgt.

„Digitalize or die! Technologie und Software werden alle Bereiche unseres Lebens durchdringen und maßgeblich beeinflussen. Gemäß des digitalen Darwinismus (Survival of the fittest) wird der anpassungsfähigste Marktteilnehmer überleben.” Thomas Kühn, Director of Corporate Digital Business Development, Lekkerland

 

Möchtest Du mehr darüber erfahren, wie Ihr diese Herausforderungen überwinden könnt? Wir helfen gerne mit ein paar kostenlosen Ratschlägen.

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